Genesis 33,18–20
Eigene Übersetzung
- Und Jakob kam friedlich zur Stadt Sichem, die im Land Kanaan ist, als er aus Paddan-Aram kam, und er lagerte sich vor der Stadt.
- Und er kaufte das Grundstück des Feldes, wo er sein Zelt aufgeschlagen hatte, von der Hand der Söhne Hamors, des Vaters Sichems, für hundert Kesita.
- Und er errichtete dort einen Altar und nannte ihn: „Gott, der Gott Israels“.
Gedanken zum Text
In Vers 17 wurde noch davon berichtet, dass Jakob ein Haus und Hütten in Sukkot baute. In Vers 18 ist nun von seiner Ankunft in Sichem die Rede, wo er sich erneut niederlässt.
Der masoretische Text endet hier passend den Abschnitt nach Vers 17, die Trennung der Elberfelderbibel, passt mMn. etwas schlechter, denn Jakob wird sicher länger in Sukkot geblieben sein – warum sonst hätte er ein Haus bauen sollen?
Irgendwann zieht er dann weiter und kommt laut diesem Text friedlich in Kanaan an – genau wie Gott es ihm zuvor versprochen hatte.
Er kauft sogar Land, um dort zu wohnen – ähnlich wie das Bauen von Haus und Hütten ein Hinweis darauf, dass er sesshaft wird. Damit ist Jakob der erste Patriarch, der Land zum Wohnen kauft (Abraham hatte zwar auch Land gekauft, aber nur als Grabstätte – nicht als Wohnort).
Warum Jakob offensichtlich einen zweiten, längeren Stopp macht, obwohl er eigentlich auf dem Weg zurück nach Bet-El war, erklärt der Text nicht.
Fragen zum Text:
- Was könnte dazu geführt haben, dass Jakob sich zweimal niederlässt?
- Was lernen wir daraus, dass der Autor das friedliche Zurückkommen bewusst noch einmal betont – im Hinblick auf ein Gebet Jakobs, das zu diesem Zeitpunkt bereits Jahrzehnte zurückliegt?
- Warum könnte er hier einen neuen Altar bauen, statt zuerst nach Bet-El zurückzukehren?
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