Genesis 45,16-28

Eigene Übersetzung

  1. Und die Stimme wurde im Haus des Pharao gehört: Die Brüder Josephs sind gekommen. Und es war gut in den Augen des Pharao und in den Augen seiner Diener.
  2. Und der Pharao sprach zu Joseph: Sprich zu deinen Brüdern: Tut dies: Beladet eure Tiere und geht und kommt ins Land Kanaan.
  3. Und nehmt euren Vater und eure Häuser und kommt zu mir, und ich werde euch das Gute des Landes Ägypten geben, und ihr werdet das Fett des Landes essen.
  4. Du hast den Befehl, dies zu tun: Nehmt euch Wagen aus dem Land Ägypten für eure Kinder und eure Frauen und um euren Vater zu tragen, und kommt.
  5. Und seid nicht bekümmert wegen eurer Habe, denn das Beste des ganzen Landes Ägypten gehört euch.
  6. Und die Söhne Israels taten es so, und Joseph gab ihnen Wagen auf den Befehl des Pharao hin und gab ihnen Wegzehrung.
  7. Jedem gab er Wechselkleider, Benjamin aber gab er dreihundert Silberstücke und fünf Wechselkleider.
  8. Und seinem Vater sandte er Folgendes: Zehn Esel, beladen mit dem Besten Ägyptens, und zehn Eselinnen, beladen mit Getreide, Brot und Nahrung für seinen Vater auf dem Weg.
  9. Und er sandte seine Brüder, und sie gingen; und er sprach zu ihnen: Erbebt nicht auf dem Weg!
  10. Und sie zogen hinauf von Ägypten und kamen ins Land Kanaan zu Jakob, ihrem Vater.
  11. Und sie berichteten ihm: Joseph lebt noch, und er herrscht über das ganze Land Ägypten. Da erschlaffte sein Herz, denn er glaubte ihnen nicht.
  12. Und sie berichteten ihm alle Worte Josephs, die er zu ihnen gesprochen hatte. Und er sah die Wagen, die Joseph gesandt hatte, um ihn zu tragen, und der Geist Jakobs, ihres Vaters, lebte auf.
  13. Und Israel sprach: Genug! Joseph, mein Sohn, lebt noch. Ich will gehen und ihn sehen, bevor ich sterbe.

Gedanken zum Text

Joseph war so angesehen in Ägypten, dass auch seine ganze Verwandtschaft die Vorteile ernten sollte.

Immer noch wird Benjamin bewusst anders behandelt. An dieser Stelle wohl auch zu verstehen – auch wenn ich nicht verstehe, wofür er die 300 Silberschekel auf ihrem Weg brauchen würde. Es sind auch wieder fünf Wechselkleider, genauso wie es zuvor die fünffache Menge beim Essen war.

Dass er sie erinnern muss, nicht zu erbeben, ist verständlich. Nach all der Zeit der Schuldgefühle, jetzt mit Joseph vor ihnen, besteht durchaus die berechtigte Gefahr, dass sie denken, Joseph sei zwar jetzt freundlich zu ihnen, werde es ihnen aber später heimzahlen.
(Luther übersetzte: „Zankt euch nicht auf dem Weg.“ Ich hatte mich oft gewundert, warum er sie davor warnen muss. Vermutlich ist diese Übersetzung Luthers einfach nicht sehr treffend, und es geht vielmehr um Angst haben.)


Fragen zum Nachdenken

  • Warum ist es wieder fünffach? Gibt es irgendeinen symbolischen Grund für diese Zahl?
  • Wie wird es den Brüdern wohl auf dem Weg ergangen sein?
  • Hast du schon einmal gute Nachrichten bekommen, die einfach zu gut waren, um wahr zu sein?

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