Genesis 5,25–32
Eigene Übersetzung
- Und Metuschelach lebte einhundertsiebenundachtzig Jahre und zeugte Lamech.
- Und Metuschelach lebte, nachdem er Lamech gezeugt hatte, siebenhundertzweiundachtzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
- Und alle Tage Metuschelachs waren neunhundertneunundsechzig Jahre, und er starb.
- Und Lamech lebte einhundertzweiundachtzig Jahre und gebar einen Sohn.
- Und er nannte seinen Namen Noah, sagend: Dieser wird uns trösten von unserer Arbeit und der Mühsal unserer Hände vom Erdboden, den Jahwe verflucht hat.
- Und Lamech lebte, nachdem er Noah gezeugt hatte, fünfhundertfünfundneunzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
- Und alle Tage Lamechs waren siebenhundertsiebenundsiebzig Jahre, und er starb.
- Und Noah war ein Sohn von fünfhundert Jahren; und Noah zeugte Schem, Ham und Jafet.
Kommentar
Als Abschluss der Generationsfolge kommt der, der von allen genannten Personen am längsten gelebt hat, danach derjenige, der in dieser Genealogie mit nur 777 Jahren am kürzesten lebte – und mit der Geburt Noahs weitere strukturelle Brüche, die zeigen, dass es jetzt um jemanden Besonderen geht.
Anders als bei allen anderen wird bei Noah nicht sofort der Name genannt, sondern zunächst lediglich gesagt: „Er zeugte einen Sohn.“
Erst danach erfährt man seinen Namen – und zudem die Begründung.
Das ist das dritte Mal, dass ein geborenes Kind zunächst nur „ein Sohn“ genannt wird. Die beiden anderen Fälle sind Set– Ersatz für Abel und Vater der gerechteren Linie – und Enosch, zu dessen Zeit die Menschen begannen, den Namen Jahwes anzurufen.
Es scheint sehr bewusst gesetzt zu sein, nicht zufällig. Vielleicht weist der Autor der Genesis literarisch zurück auf den „Samen der Frau“ (זֶרַע הָאִשָּׁה), der der Schlange den Kopf zermalmen wird (Genesis 3,15) – und damit voraus auf den Messias.
Auch Lamech selbst scheint diese Hoffnung gehabt zu haben. Wenn er seinen Sohn Noah nennt und sagt, dieser werde sie „trösten“ (נָחַם), liegt nahe, dass er glaubte, sein Sohn könnte der verheißene Erlöser sein, der den Fluch des Bodens bricht.
Schon bei Eva gibt es die Vermutung, dass sie geglaubt haben könnte, Kain sei der Messias. Da hier die Formulierung noch klarer auf einen erhofften Retter hinweist, scheint Lamech seine Hoffnung ebenfalls in diese Richtung gerichtet zu haben.1Vgl. Arnold G. Fruchtenbaum, Ariel’s Bible Commentary: The Book of Genesis (San Antonio, TX: Ariel Ministries, 2008), 138.
Damit wurde er vielleicht zu einem frühen Vertreter all jener, die glaubten, der Messias würde zu ihrer Lebzeit kommen.
Auch wir reihen uns in diese Hoffnung ein. Als wir unseren Sohn Henoch nannten, taten wir dies ebenfalls in der Hoffnung, dass er – wie der Henoch der Bibel – den Tod nicht sehen muss, weil Jesus zu seinen (oder vielleicht schon unseren) Lebzeiten wiederkommt.
Bei Noah erfüllte sich diese Hoffnung jedoch nicht. In seiner Lebenszeit kam nicht die Erlösung, sondern ein weiterer Fluch,2Vgl. K. A. Mathews, Genesis 1–11:26, The New American Commentary (Nashville: Broadman & Holman Publishers, 1996), 1a:318–319. der die Erde dauerhaft veränderte und das Leben erschwerte.
Der Erlöser würde nicht aus dem normalen Zeugungsprozess hervorgehen wie Kain, Set oder Noah. Gott selbst würde ihn senden – aber erst viel später.
Fragen zum Nachdenken
- Was hat Lamech wohl zu der Hoffnung gebracht, sein Sohn wäre der Erlöser?
- Wie steht es mit deiner Hoffnung?
- Wieso ließ Gott sich so viel Zeit, bis er Jesus zum ersten Mal schickte?
- Wieso lässt er sich erneut so viel Zeit?
- 1Vgl. Arnold G. Fruchtenbaum, Ariel’s Bible Commentary: The Book of Genesis (San Antonio, TX: Ariel Ministries, 2008), 138.
- 2Vgl. K. A. Mathews, Genesis 1–11:26, The New American Commentary (Nashville: Broadman & Holman Publishers, 1996), 1a:318–319.
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