Genesis 43,30–34

Eigene Übersetzung

  1. Und Joseph beeilte sich, denn sein Inneres war erregt wegen seines Erbarmens über seinen Bruder, und er suchte einen Ort zum Weinen. Und er ging in den Innenraum und weinte dort.
  2. Und er wusch sein Gesicht, ging hinaus, riss sich zusammen und sprach: Stellt Brot hin!
  3. Und sie stellten für ihn gesondert, für sie gesondert und für die Ägypter, die mit ihm aßen, gesondert das Essen hin; denn die Ägypter können nicht mit den Hebräern essen, weil es den Ägyptern ein Gräuel ist.
  4. Und sie saßen vor ihm: der Erstgeborene nach seiner Erstgeburt und der Jüngste nach seiner Jugend. Da erstaunten sich die Männer einer über den anderen.
  5. Und er ließ ihnen Anteile von vor ihm auftragen. Und der Anteil Benjamins war fünfmal größer als die Anteile aller. Und sie tranken und wurden fröhlich mit ihm.

Gedanken zum Text

Wenn er so sehr weinen musste, dass er sich zurückzog und danach sein Gesicht waschen musste, dann hätten seine Gefühle ihn wahrscheinlich lieber sofort dazu gedrängt, sich zu offenbaren und seinen Bruder Benjamin zu umarmen. Und doch riss er sich zusammen, um seine Brüder noch einmal auf die Probe zu stellen.

Es wäre interessant zu wissen, warum es den Ägyptern ein Gräuel war, mit den Hebräern zu essen. War das eine temporäre Sache? Galt es nur für bestimmte Völker oder generell für alle Fremden? Oder hielten die Ägypter schlicht alle anderen für unrein?

Auch Joseph saß für sich allein. War es, weil er eine so hohe Position hatte? Oder galt er trotz allem – obwohl er das Volk am Leben hielt und der zweite im Land war – immer noch nicht als würdig, mit den Ägyptern zu essen?

Und dann die fünf Portionen für Benjamin: Ein doppelter Anteil wäre vielleicht nachvollziehbar gewesen, aber gleich das Fünffache?


Fragen zum Nachdenken

  • Wieso war es Joseph so wichtig, seine Brüder noch einmal zu prüfen?
  • Wie mag es Joseph ergangen sein, als er in Ägypten die höchste Position nach dem Pharao hatte, und doch wusste, dass sein Volk für die Ägypter ein Gräuel war?
  • Wieso erhielt Benjamin einen fünffachen Anteil – hat die Zahl eine besondere Bedeutung oder sollte es nur ein deutliches Zeichen der Bevorzugung sein?

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