Genesis 48,1–7
Eigene Übersetzung
- Und es geschah nach diesen Dingen, da sprach man zu Joseph: Siehe, dein Vater ist krank. Und er nahm seine zwei Söhne, Manasse und Ephraim, mit sich.
- Und man berichtete Jakob und sprach: Siehe, dein Sohn Joseph kommt zu dir. Da stärkte sich Israel und setzte sich aufs Bett.
- Und Jakob sprach zu Joseph: Gott, der Allmächtige, ist mir in Luz im Land Kanaan erschienen und hat mich gesegnet.
- Und er sprach zu ihm: Siehe, ich mache dich fruchtbar und vermehre dich, und ich mache dich zu einer Versammlung von Völkern, und dieses Land gebe ich deinem Samen nach dir zum ewigen Eigentum.
- Und nun, deine zwei Söhne, die dir im Land Ägypten geboren wurden, bevor ich zu dir nach Ägypten kam, sie sind meine – Ephraim und Manasse sollen, wie Ruben und Simeon, meine sein.
- Und deine Nachkommen, die du nach ihnen zeugst, gehören dir; nach dem Namen ihrer Brüder sollen sie in ihrem Erbbesitz genannt werden.
- Und als ich von Paddan kam, starb Rahel bei mir im Land Kanaan auf dem Weg, als es noch eine Strecke bis Efrata war, und ich begrub sie dort am Weg nach Efrata, das ist Bethlehem.
Gedanken zum Text
Ein Text, der eine Frage beantwortet, die ich nie richtig gestellt habe.
Nur Manasse und Ephraim sind als Josephs Söhne bekannt. Ich hatte schon öfter gedacht, dass das für die Zeit eher wenig sei, aber vielleicht war es bei Würdenträgern in Ägypten anders – eventuell hatten sie weniger Kinder.
Dieser Text beantwortet jedoch klar, dass Joseph auch andere Kinder hatte. Da stellt sich die Frage, wo diese gewohnt hätten und warum man sonst nichts mehr von ihnen hört.
Vers 6 könnte bedeuten, dass die Nachkommen der beiden Söhne auch Ephraim und Manasse genannt werden sollen. Das erklärt vielleicht auch, warum diese beiden Stämme so groß werden konnten. Wenn Joseph tatsächlich mehrere Kinder gehabt hätte, die aber jeweils Ephraim oder Manasse zugeordnet wurden, lässt das einfacher erklären, warum dieses Stämme so mächtig wachsen konnten.
Ruben und Simeon waren die Erstgeborenen, auch wenn sie später im Erstgeburtssegen übergangen werden. Joseph erhält stattdessen den doppelten Segen, indem seine beiden ersten Söhne als Jakobs eigenen anerkannt werden. Sie erhalten wohl deshalb später auch doppelte Landanteile. Normalerweise wäre der doppelte Anteil auch doppeltes Erbe an den Herden und Besitztümern des Vater gewesen. Der Biblische Text berichtet meines Wissens nach nicht mehr darüber ob die beiden tatsächlich auch jeweils Besitzanteil von Jakob bekommen haben. Ob es zusätzlich zu ihrem Erbe von Joseph war (der als höchster Beamter Ägyptens sicher auch nicht arm war), oder ob es tatsächlich stattdessen war und sie nur von Jakob bekamen und nur die anderen Söhne von Jospeh.
Bezüglich Rahel: Sie landete nicht im Familiengrab, weil der Weg zu weit war. Jakob hingegen wird extra aus Ägypten gebracht, um im Familiengrab beigesetzt zu werden. Der Weg von Bethlehem nach Mamre war zwar nur etwa 30 km, aber es könnten weitere kulturelle oder praktische Gründe eine Rolle gespielt haben, die der Text nicht direkt nennt.
Fragen zum Nachdenken
- Welche Bedeutung hat so ein Segen? Ist er nur kulturell aus der Zeit oder hätte er auch heute noch Relevanz?
- Warum erzählt Jakob in diesem Kontext vom Tod Rahels?
- Warum wurde die Reise fürs Begräbnis diesmal nicht unternommen?