Genesis 30,25-36

Eigene Übersetzung  

  1. Und Jakob nahm sich Stöcke vom frischen Storaxbaum, vom Mandelbaum und von der Plantane und Schälte bei ihnen weiße stellen heraus indem er das Weiße, das an den Stäben war sichtbar machte.
  2. Und er legte die Stäbe, die er geschält hatte in die Trinkrinnen, in die Wassertränken, wohin das Kleinvieh kommt um zu Trinken, vor die Tiere hin, und sie wurden brünstig als sie zum Trinken kamen.
  3. Und das Kleinvieh war Brünstig vor den Stäben und das Kleinvieh gebar gestreiftes, geflecktes und gesprenkeltes.
  4. Und Jakob sonderte die Lämmer aus und richtete das Gesicht des Kleinviehs auf das Gestreifte und alles dunkelfarbige unter den Tieren Labans und legte so aus dem Kleinvieh Labans seine eigenen Herden an, getrennt und tat sie nicht zu den Tieren Labans.
  5. Und es geschah, wenn das Starke Kleinvieh brünstig war, dann legte Jakob die Stöcke vor die Augen des Kleinviehs in die Trinkrinnen damit sie bei den Stäben brünstig wurden.
  6. Aber bei dem schwächlichen Kleinvieh legte er sie nicht hin. So wurden die Schwächlichen für Laben und die Starken für Jakob.
  7. Und der Mann nahm sehr stark zu und ihm gehörte viel Kleinvieh und Mägde und Knechte und Kamele und Esel.

Gedanken zum Text

Jakob, ein kluger und listiger Mann, setzte seine Intelligenz ein, um Labans Tiere zu einer bestimmten Paarung und Fortpflanzung zu bewegen, was zu einer Zunahme seiner Herde an starken Tieren führte.

Obwohl diese Geschichte faszinierend ist, ist sie nach heutigem genetischem Verständnis nicht plausibel. Es gibt keinen bekannten Mechanismus, der aufgrund optischer Reize zu einer anderen Fellfarbe führen sollte.

Um mehr gefleckte Tiere zu erhalten, würden wir bewusst Tiere mit den gewünschten Merkmalen kreuzen. Interessanterweise impliziert der Text jedoch, dass Jakob die gesprenkelten und gefleckten Tiere ständig aussortierte, also die Tiere, die für eine vorteilhafte Kreuzung notwendig gewesen wären.

Leider gibt es keine Studien, die die Möglichkeit eines solchen Effekts untersuchen, da es aufgrund der fehlenden Plausibilität keinen Grund gibt, dies zu tun.

Daher bleibt es wahrscheinlich, dass dieser Bericht wissenschaftlich falsch ist, zumindest in Bezug darauf, dass die Tiere aufgrund der Stäbe im Wasser gefleckte Nachkommen hatten.

Da ich jedoch davon ausgehe, dass die berichtete Geschichte wahr ist, stellt sich die Frage, warum die Tiere Nachkommen mit den gewünschten Merkmalen hatten, die Jakob brauchte. Hatte er vielleicht noch mehr getan? Hatte er mehr Wissen über Zucht, und obwohl hier nur die Stäbe erwähnt werden, hat er zusätzlich bewusst die Tiere gekreuzt, um sein Ziel zu erreichen?

Oder war er vielleicht der Meinung, dass die Stäbe allein ausreichen, und Gott hat sein Vorhaben gesegnet. Obwohl der biblische Bericht Jakobs Handeln beschreibt, könnte es allein Gottes Segen gewesen sein, der zum Wachstum seiner Herde geführt hat, vielleicht auch aufgrund seiner Bereitschaft, alles dafür zu tun, selbst wenn wir heute wissen, dass seine Methode allein keine Wirkung gezeigt haben dürfte.

Fragen zum Text

  • Beeinflusst es dein Vertrauen in die Bibel solche “wissenschaftlich Falschen” Aussagen zu finden?
  • Warum wird diese Methode überhaupt berichtet, hätte es nicht gereicht zu schreiben, dass Gott ihn segnete?
  • Wie wirkt es moralisch, dass er nicht nur für den Zuwachs seiner Herde wirkt, sondern bewusst auch versucht dafür zu sorgen, das Laben nur schwache Tiere übrig bleiben?

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