Genesis 46,1-7

Eigene Übersetzung

  1. Und Israel und alle, die zu ihm gehörten, brachen auf und kamen in das Land Beerscheba, und er opferte dort Schlachtopfer dem Gott seines Vaters Isaak.
  2. Und Gott sprach zu Israel in einer Vision der Nacht und sprach: Jakob, Jakob! Und er sprach: Hier bin ich!
  3. Und er sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters. Fürchte dich nicht, nach Ägypten hinabzugehen, denn ich werde dich dort zu einer großen Nation machen.
  4. Ich gehe mit dir nach Ägypten hinab, und ich werde dich auch wieder von dort hinaufbringen. Und Joseph wird seine Hand auf deine Augen legen.
  5. Und Jakob stand auf von Beerscheba, und die Söhne Israels hoben ihren Vater Jakob und ihre Kinder und ihre Frauen auf die Wagen, welche der Pharao gesandt hatte, um sie zu tragen.
  6. Und sie nahmen ihr Vieh und ihren Besitz, welchen sie erworben hatten im Land Kanaan, und sie kamen nach Ägypten, Jakob und sein ganzer Same mit ihm.
  7. Söhne und Sohnessöhne, Töchter und Sohnestöchter und der ganze Same seines Hauses (brachte er) mit ihm nach Ägypten.

Gedanken zum Text

Bevor Jakob Kanaan verlässt, geht er noch an den Ort, wo sein Großvater lange lebte und Gott anbetete.

Er scheint nicht noch einmal extra nach Bethel zu ziehen, was ja eigentlich sein Ort der Begegnung mit Gott war.

Der Unterschied zwischen Bethel und Beerscheba ist, dass Beerscheba auf dem Weg nach Ägypten lag, Bethel ein Umweg in die entgegengesetzte Richtung war. Jakob ist direkt den Weg losgezogen und hat auf dem Weg geopfert.

Hier bestätigt Gott sein Versprechen und bestärkt ihn auf seinem Weg. Eine Sache, die sich wahrscheinlich die meisten Christen öfter wünschen – und doch sehr selten bekommen.

Aber das scheint ja biblisch auch zu übereinzustimmen. Wie selten bekommen die Patriarchen direkten Input von Gott? Es scheint, dass sie jahrzehntelang oft einfach ihre eigenen Entscheidungen treffen müssen und dann ab und zu mal etwas von Gott hören.

Es gibt Christen und christliche Gruppen, die den Eindruck erwecken, wir müssten für jeden Schritt im Leben, für jede einigermaßen große Entscheidung einen direkten Input von Gott bekommen. Vielleicht bin ich einfach nicht geistlich genug, aber es ist nicht meine Erfahrung und es ist nicht die Erfahrung der Menschen in der Bibel. – Und da haben wir ja sogar nur die Geschichten der Hauptpersonen. Was war mit einem durchschnittlichen, aber gottestreuen Israeliten? Hat er jemals in seinem Leben eine direkte Offenbarung Gottes bekommen? Und ein durchschnittlicher Christ?


Fragen zum Nachdenken

  • Warum sucht Jakob Gott nicht vorher in Bethel, sondern auf dem Weg?
  • Wieso spricht Gott hier, aber sonst so selten?
  • Wie denkst du über Gottes Leitung, und wie erfährst du sie?

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