Genesis 44,18-33

Eigene Übersetzung

  1. Und Juda näherte sich ihm und sprach: Bitte, mein Herr, lass deinen Knecht doch in das Ohr meines Herrn sprechen, und dein Zorn möge nicht über deinen Knecht entbrennen, denn du bist wie Pharao.
  2. Mein Herr hat seinen Knecht gefragt: Habt ihr einen Vater oder einen Bruder?
  3. Und wir haben zu meinem Herrn gesagt: Wir haben einen alten Vater und einen kleinen Jungen, der ihm im Alter geboren wurde, und sein Bruder ist tot, und nur er ist ihm übrig geblieben von seiner Mutter, und sein Vater liebt ihn.
  4. Und du sprachst zu deinen Knechten: Bringe ihn herab zu mir, dass ich meine Augen auf ihn richte!
  5. Wir aber sagten zu meinem Herrn: Der Junge kann seinen Vater nicht verlassen; wenn er seinen Vater verließe, so würde er sterben.
  6. Und du sprachst zu deinen Knechten: Wenn euer kleiner Bruder nicht mit euch heraufzieht, sollt ihr mein Gesicht nicht mehr sehen.
  7. Und es geschah, als wir hinaufgezogen sind zu deinem Knecht, meinem Vater, da berichteten wir ihm die Worte meines Herrn.
  8. Und unser Vater sprach: Kehrt zurück, kauft für uns ein wenig Nahrung.
  9. Und wir sprachen: Wir können nicht hinabgehen, wenn nicht unser kleiner Bruder bei uns ist, denn wir können das Gesicht des Mannes nicht sehen, wenn unser kleiner Bruder nicht mit uns ist.
  10. Und dein Knecht, mein Vater, sprach zu uns: Ihr wisst, dass meine Frau mir zwei Söhne gebar.
  11. Der eine ist von mir weggegangen, und ich sagte: Fürwahr, er ist zerrissen worden, und ich habe bis jetzt nichts von ihm gesehen.
  12. Und ihr nehmt auch diesen noch von mir, und wenn ihm ein Unglück passiert, dann bringt mein graues Haar im Unglück in den Scheol hinab.
  13. Und nun, wenn ich zu deinem Knecht, meinem Vater, käme und der Junge ist nicht mit uns – und seine Seele hängt doch an ihm,
  14. dann wird es geschehen, dass ich sehen würde, dass der Junge nicht mehr ist und er würde sterben; dann hätten deine Knechte das graue Haar deines Knechts, unseres Vaters, durch Kummer in den Scheol gebracht.
  15. Denn dein Knecht hat gebürgt für den Jungen bei meinem Vater: Wenn ich ihn nicht zu dir zurückbringe, so will ich meinem Vater schuldig sein alle Tage.
  16. Und nun, setze bitte deinen Knecht anstelle des Jungen als Sklaven für meinen Herrn und der Junge ziehe hinauf mit seinen Brüdern.
  17. Wie könnte ich meinem Vater entgegentreten, und der Junge ist nicht mit mir, dass ich das Unglück sehe, das meinen Vater trifft?

Gedanken zum Text

In der Retrospektive sieht man bei Juda, dass das Gespräch zwischen Joseph und den Brüdern deutlich länger war, als es im Text zuvor erscheint.
Es ist natürlich zu erwarten, dass eine Geschichte nicht immer jedes einzelne gesprochene Wort aufgreift. Dennoch hilft es, manche Fragen zu beantworten, wenn man weiß, was die Brüder zuvor mit Joseph besprochen haben.

Isaak wird mal als „mein Vater“, „unser Vater“ oder „sein Vater“ bezeichnet. Warum diese Wechsel?


Fragen zum Nachdenken

  • Wieso erzählt Juda die ganze Geschichte, statt direkt zu bitten?
  • Wieso hat Joseph verlangt, dass Benjamin dabei ist, obwohl er wusste, wie viel Schmerz es für seinen Vater bedeutet?

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