Genesis 44,14–17

Eigene Übersetzung

  1. Und Juda und seine Brüder kamen in das Haus Josephs, und er war noch dort, und sie fielen vor ihm zur Erde.
  2. Und Joseph sprach zu ihnen: Was ist das für eine Tat, die ihr getan habt? Wisst ihr nicht, dass ein Mann wie ich das Omen befragen kann?
  3. Und Juda sprach: Was sollen wir denken, mein Herr? Was sollen wir sprechen? Wie sollen wir uns rechtfertigen? Gott hat die Schuld deiner Knechte gefunden. Siehe, wir sind die Sklaven meines Herrn, sowohl wir als auch der, in dessen Hand du den Becher gefunden hast.
  4. Und er sprach: Das sei ferne von mir, so etwas zu tun. Der Mann, in dessen Hand der Becher gefunden wurde, er soll mein Sklave sein, ihr aber sollt in Frieden zu eurem Vater hinaufziehen.

Gedanken zum Text

Nach Vers 17 ist der Abschnitt im Hebräischen zu Ende. Das ist mir erst jetzt aufgefallen, wo mein letzter Beitrag endete war kein Abschnittsende im Hebräischen.

Dennoch fällt auch in diesem kurzen Abschnitt einiges auf. Juda wird hier als Hauptperson eingeführt. Noch ehe wirklich etwas getan wird, heißt es, dass Juda und seine Brüder bei Joseph ankamen. Eine eher ungewöhnliche Formulierung und sicher sehr bewusst gewählt.
So hören wir hier auch Juda (und nicht Ruben, den eigentlichen Erstgeborenen) das Wort ergreifen.

Warum schlägt er zuerst vor, dass alle Sklaven werden? Er spricht von der Schuld, die Gott an ihnen gefunden hat – dass sie ihren Bruder Joseph verkauft haben. Aber Benjamin hatte ja keine Schuld daran.
Denkt er wirklich, es ist besser, wenn alle Sklaven sind? Oder erwartet er, dass der verkleidete Joseph das Angebot nicht annimmt, sondern verhandeln lässt?


Fragen zum Nachdenken

  • Wieso wird Juda so klar als Hauptperson schon vor dem Gespräch markiert?
  • Was bedeutet es, das Ruben hier gar nicht mehr zu Wort kommt?
  • Hat Juda Grund zu erwarten, dass sein Angebot nicht gleich angenommen wird und sie dann über Benjamins Freiheit verhandeln können?
  • Wieso könnte für die Masoreten der Abschnitt hier geendet haben?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert