Genesis 25,12-18
Eigene Übersetzung
- Und dies sind die Generationen Ismaels, des Sohnes Abrahams, den Hagar, die Ägypterin, die Magd Sarahs, Abraham geboren hat.
- Und dies sind die Namen der Söhne Ismaels nach ihren Namen und ihren Generationen. Der Erstgeborene Ismaels: Nebajot, (dann) Kedar, Abdeel, Mibsam,
- Mischma, Duma, Massa,
- Hadad, Tema, Jetur, Nafisch und Kedma.
- Dies sind die Söhne Ismaels, und dies sind ihre Namen in ihren Höfen und Mauern; zwölf Fürsten nach ihren Völkern.
- Und dies sind die Jahre Ismaels: einhundertdreißig Jahre und sieben Jahre, und er verschied und starb und wurde zu seinem Volk versammelt.
- Und sie wohnten von Hawila bis nach Schur, das vor Ägypten liegt, bis nach Assur hin – vor allen seinen Brüdern lagerte er.
Personen
Ismael (יִשְׁמָעֵאל) – Gott hört
Hagar (הָגָר) – schön
Sarah (שָׂרָה) – Fürstin
Nebajot (נְבָיֹת) – Höhen
Kedar (קֵדָר) – schwarze Haut (oder Zeltplane)
Adbeel (אַדְבְּאֵל) – Gott lässt verschmachten
Mibsam (מִבְשָׂם) – Wohlgeruch
Mischma (מִשְׁמָע) – Das, was man hört
Duma (רוּמָה) – Stillschweigen
Massa (מַשָּׂא) – Last, Bürde
Hadad (חֲדַד) – Der Donnerer
Tema (תֵימָא) – Wüste, unbewohnte Gegend
Jetur (יְטוּר) – Nomadendorf
Nafisch (נָפִישׁ) – Erquickung
Kedma (קֵדְמָה) – Osten
Orte
Hawila (חֲוִילָה) – Sandland
Schur (שׁוּר) – Mauer
Assur (אַשּׁוּר) – Ebene
Gedanken zum Text
Es erfordert schon relativ viel Aufwand, die Namen herauszuschreiben und ihre Bedeutungen zu recherchieren – und häufig sind diese Bedeutungen nicht eindeutig, sondern eher Vermutungen oder verschiedene Interpretationsmöglichkeiten.
In den meisten Fällen sehe ich in der Namensbedeutung nichts Relevantes. Nach all den Bibeltagbucheinträgen mit Namensbedeutungen frage ich mich, ob ich vielleicht etwas übersehe oder ob die Namensbedeutung in den allermeisten Fällen tatsächlich keine besonderen Einblicke gewährt. Natürlich gibt es einige Geschlechtsregister, in denen die Namensbedeutungen bewusst gewählt zu sein scheinen (oder in die später etwas hineininterpretiert wurde). Ebenso gibt es einige Texte mit schönen Wortspielen rund um die Namen der Personen. Doch das scheint mir eher die Ausnahme als die Regel zu sein.
Ehrlich gesagt habe ich auch nichts anderes erwartet, aber ich wollte offen dafür sein, mich eines Besseren belehren zu lassen.
Interessant ist es dennoch, hier die Namen der Nachkommen Ismaels zu finden – Nachkommen, die Israel sicher noch lange bekannt waren.
Heute glauben viele Muslime, dass Mohammed von Ismael abstammt, und manche betrachten sogar alle Araber oder Muslime als Nachkommen Ismaels. Dafür gibt es jedoch weder genetische noch historische Belege. Wir wissen, dass Mohammed behauptet hat, von Ismael abzustammen, aber da es (zumindest soweit ich es überprüfen konnte) keine außerislamischen Quellen gibt, die diese Verbindung bestätigen, halte ich sie eher für eine religiöse Behauptung als eine tatsächliche Abstammung. Deshalb erscheint es mir auch unbegründet, wenn manche Christen heute versuchen, biblische Prophezeiungen über Ismael auf den Islam zu beziehen. Viel wahrscheinlicher beziehen sie sich auf die hier genannten Völker, die – wie auch Israel – später im Land Kanaan lebten.
Fragen zum Text
- Wie denkst du über die Namen? Konntest du mehr entdecken als ich?
- Wie kann man am besten einschätzen, welche Wege man im Bibelstudium verfolgen sollte, selbst wenn sie unsicher erscheinen, und was man getrost ignorieren kann?
- Wie stellen wir sicher, dass unsere Auslegung in den biblischen Kontext passt und nicht zu sehr von unserer gegenwärtigen Sichtweise verfälscht wird?
Wie kann man am besten einschätzen, welche Wege man im Bibelstudium verfolgen sollte, selbst wenn sie unsicher erscheinen, und was man getrost ignorieren kann?
– Indem wir uns an die herrschende Meinung halten. Also gucken, was die frühen Christen gedacht haben und ob sich das mit den Forschungen nach 2000 Jahren noch deckt und dazwischen auch vertreten wurde. Diesen Wissensstand mit Gesamtüberblick hat die katholische Kirche, weil ihre Archive eben 2000 Jahre alt sind und Bibelforscher vor 2000 Jahren, vor 1000 Jahre , vor 500 Jahren und heute in ihr debattieren und die besten Argumente zusammenbringen können. Wenn sie schon darauf gekommen ist, dass etwas ausreichend feste Belege hat, kann man andere Interpretationen ruhen lassen.
Generell ein guter Punkt. Wenn die frühen Christen in einem Punkt bereits übereinstimmten und diese Übereinstimmung bis heute anhält, ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Auslegung tatsächlich korrekt ist.
Moderne Ausleger, die das Verständnis der frühen Christen ignorieren, riskieren, wichtige Erkenntnisse der Vergangenheit zu übersehen. Glücklicherweise sind die meisten Werke der Kirchengeschichte heute leicht zugänglich und können von jedem, der sich die Mühe macht, überprüft werden.
Automatisch davon auszugehen, dass die katholische Kirche richtig liegen muss, weil sie auch Archive mit diesen Daten hat, ist jedoch riskant, da man damit seine eigene Verantwortung zugunsten eines Autoritätsarguments abgibt. Es ist gut, auch die katholischen Theologen zu berücksichtigen, aber da auch diese heute nicht immer das gleiche vertreten wie die frühen Christen und manche Positionen der katholischen Kirche generell weder mit der Bibel noch mit den frühen Christen vereinbar sind, müssen diese Positionen dann abgelehnt werden.