Genesis 41,47–57

Eigene Übersetzung

  1. Und das Land brachte in den sieben Jahren der Sättigung Handvoll hervor.
  2. Und man sammelte alles Essen der sieben Jahre, die im Land Ägypten waren, und gab das Essen in die Städte. Das Essen der Felder der Stadt, die um sie herum lagen, gab man in ihre Mitte.
  3. Und Joseph häufte Getreide an wie Sand am Meer, so viel, bis man aufhörte zu zählen, denn es war ohne Zahl.
  4. Und Joseph wurden zwei Söhne geboren, bevor die Jahre der Hungersnot kamen, die ihm Asenat, die Tochter Potiphars, des Priesters von On, gebar.
  5. Und Joseph nannte den Erstgeborenen Manasse, „denn Gott hat mich all mein Leid vergessen lassen und das ganze Haus meines Vaters“.
  6. Und den zweiten nannte er Ephraim, „denn Gott hat mich fruchtbar gemacht im Land meines Elends“.
  7. Und die sieben Jahre der Sättigung, die im Land Ägypten waren, gingen zu Ende.
  8. Und die sieben Jahre der Hungersnot begannen zu kommen, wie Joseph gesagt hatte. Und die Hungersnot war in allen Ländern, aber im Land Ägypten war Brot.
  9. Und ganz Ägypten hungerte, und das Volk schrie zu Pharao nach Brot. Und Pharao sprach zu ganz Ägypten: Geht zu Joseph; was er euch sagt, das tut.
  10. Und die Hungersnot war auf dem ganzen Erdboden. Und Joseph öffnete alle Vorratshäuser und verkaufte Getreide nach Ägypten. Und die Hungersnot wurde stark im Land Ägypten.
  11. Und aus allen Ländern kam man nach Ägypten, um bei Joseph Getreide zu kaufen; denn die Hungersnot war stark auf der ganzen Erde.

Gedanken zum Text

Nun geht es Joseph gut – er hat eine sinnvolle Tätigkeit, eine hohe Position, eine Familie. Der Name seines ersten Sohnes ist dennoch eigenartig. Das Leid zu vergessen, weil es einem jetzt so gut geht, ist ja etwas Schönes, aber die Herkunftsfamilie gleich mit zu vergessen, ist ungewöhnlich. Ist auch das positiv? Oder ist es eher ein Vergessen des Heimwehs?

Ansonsten fällt auf, dass es viel Wiederholung gibt. Immer wieder wird erwähnt, dass es Hunger im Land gab – oder auf der Erde. Das Wort im Hebräischen ist identisch, nur durch den Kontext lässt sich entscheiden, ob „Land“ oder „Erde“ im Deutschen besser passt.

Pharao tritt hier auch interessant auf: Statt selbst Anweisungen zu geben, verweist er nur auf Joseph. Auffällig ist, dass er nicht sagt: „Holt euch Korn bei Joseph“ oder „Kauft bei Joseph“, sondern: „Geht zu Joseph, und er wird euch sagen, was ihr tun sollt.“ Er hat die Entscheidung wohl komplett abgegeben – im vollen Vertrauen, dass Joseph gut entscheiden würde.


Fragen zum Nachdenken

  • Welche Relevanz hat der Hinweis, dass das Korn jeweils in der nächsten Stadt gesammelt wurde?
  • Was hat es mit dem Vergessen des Vaterhauses auf sich?
  • Wieso wird die Beschreibung der Hungersnot in V. 54–57 so stark wiederholt?

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