Matthäus 4,1–11
Eigene Übersetzung
- Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, um vom Teufel versucht zu werden.
- Und als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte er schließlich.
- Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Wenn du der Sohn Gottes bist, sprich, dass diese Steine Brote werden.
- Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: „Nicht vom Brot allein lebt der Mensch, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht.“
- Dann nahm ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels
- und sprach zu ihm: Wenn du der Sohn Gottes bist, wirf dich hinab! Denn es steht geschrieben, dass er seinen Engeln über dir befehlen wird, und sie werden dich auf Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.
- Jesus sprach zu ihm: Es steht auch geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.
- Wieder nahm der Teufel ihn mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Königreiche der Welt und ihre Herrlichkeit
- und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.
- Da sprach Jesus zu ihm: Geh weg, Satan! Denn es steht geschrieben: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.
- Dann verließ ihn der Teufel, und siehe, Engel traten hinzu und dienten ihm.
Kommentar
In den unmittelbar vorausgehenden Versen wird berichtet, wie der Heilige Geist in Gestalt einer Taube auf Jesus herabkommt. Direkt im Anschluss daran lesen wir, dass Jesus von eben diesem Geist in die Wüste geführt wird.
Da diese Begebenheit vielen Leserinnen und Lesern vertraut ist, entfaltet sie zunächst keine besondere Überraschung. Dennoch steht sie in einem deutlichen Spannungsverhältnis zu den Erwartungen, die häufig mit Bekehrung, Taufe und dem Empfang des Heiligen Geistes verbunden werden. Nicht selten wird angenommen, dass Gott einen Menschen von diesem Moment an von einem geistlichen Höhepunkt zum nächsten führt.
Bei Jesus zeigt sich jedoch ein anderes Muster: Unmittelbar nach dem Empfang des Heiligen Geistes wird er nicht in eine Phase sichtbaren Erfolgs geführt, sondern zunächst in die Wüste.1
Der hier verwendete Begriff für „Wüste“ ist derselbe, der auch für den Aufenthaltsort Johannes des Täufers gebraucht wird. Er kann sowohl eine tatsächliche Sandwüste bezeichnen – etwa im Süden Israels – als auch eine trockene, dünn besiedelte Wildnis, die noch über begrenzte Vegetation und theoretisch über minimale Nahrungsquellen verfügt.
Für die Deutung als Wildnis spricht, dass derselbe Begriff wie bei Johannes verwendet wird und Jesus somit keinen weiten Weg hätte zurücklegen müssen. Für eine tatsächliche Wüste spricht hingegen die deutliche Parallele zur Erfahrung Israels nach dem Auszug aus Ägypten.
Manche Kommentatoren sind überzeugt, dass es sich um die judäische Wüste handeln muss wo auch Johannes der Täufer war.2 Ich halte es aber auch für möglich, dass Jesus tatsächlich in den Negev ging und damit der Erfahrung der Wüstenwanderung Israels besonders nahekam. Theoretisch hätte er in vierzig Tagen sogar bis zur Sinai-Halbinsel wandern können, doch bleiben genauere Ortsangaben spekulativ, wäre er tatsächlich zum Horeb gewandert hatte es vermutlich zumindest einer der Evangelisten erwähnt.
Der Text nennt ausdrücklich den Zweck dieses Aufenthalts: Jesus ging nicht primär in die Wüste, um zu fasten oder sich vorzubereiten, sondern konkret, um vom Teufel versucht zu werden. Diese Versuchung zu Beginn seines Dienstes war notwendig, um Erlöser der Menschen werden zu können. Als Adam und Eva im Garten gesündigt hatten, gewann Satan Anspruch über die gesamte Menschheit. Um diesen Anspruch zurückzugewinnen, musste Jesus zunächst Satan und seine Versuchungen überwinden.3
Das vierzigtägige Fasten verbindet Jesus mit den beiden großen Gestalten Mose und Elia, die ebenfalls jeweils vierzig Tage fasteten.4 Auffällig ist jedoch, dass hier nicht ausdrücklich von Gebet die Rede ist, obwohl Fasten im Neuen Testament sonst meist in Verbindung mit Gebet erscheint.
Dies bedeutet selbstverständlich nicht, dass Jesus nicht gebetet hätte. Der Sohn Gottes, der immer wieder die Gemeinschaft mit dem Vater suchte, wird dies auch während dieser vierzig Tage getan haben. Dennoch liegt der erzählerische Fokus nicht auf geistlicher Stärkung, sondern auf dem körperlichen Hunger Jesu.
Der Text scheint bewusst zu betonen, dass Jesus den Versuchungen nicht in einem Zustand besonderer geistlicher oder körperlicher Stärke begegnet, sondern in einer Phase äußerster Schwäche. Gerade dort, wo ein Nachgeben menschlich am wahrscheinlichsten wäre, setzt die Versuchung ein.
Bei jeder Versuchung wird zunächst Jesu Identität infrage gestellt: „Wenn du der Sohn Gottes bist …“.5 Die Auswahl der Versuchungen spiegelt dabei die Bereiche wider, in denen Israel während der Wüstenwanderung versagte – allerdings zugeschnitten auf die Person des Messias.6
Für uns wären insbesondere die ersten beiden Versuchungen wohl kaum herausfordernd. Doch Versuchungen sind stets kontextabhängig. Die Aussage in Hebräer 4,15, dass Jesus in allem versucht wurde wie wir, bedeutet nicht, dass er exakt dieselben Versuchungen erlebte, sondern dass er in vergleichbarer Intensität und Relevanz für seinen Lebenskontext versucht wurde.7
Die erste Versuchung steht in direktem Zusammenhang mit dem Fasten. Israel hatte während der Wüstenwanderung wiederholt das Vertrauen in Gott verloren, sobald Hunger aufkam. Entsprechend zitiert Jesus aus Deuteronomium 8,3, einem Text, der genau diese Erfahrung Israels reflektiert.
Dabei spiegelt die Versuchung nicht nur die Wüstenwanderung, sondern auch den Sündenfall. Die erste Sünde des Menschen betraf die Nahrung, obwohl der Mensch damals eigentlich mehr als genug gute Nahrung zur Verfügung hatte. In Reaktion darauf überwand Jesus eine Versuchung, die ebenfalls mit Nahrung zu tun hatte, und das zu einem Zeitpunkt, an dem er tatsächlich ein starkes Bedürfnis danach verspürte.8
Die zweite Versuchung verlagert das Geschehen an den Tempel. Wahrscheinlich ist hier nicht das Tempelgebäude selbst gemeint, sondern der Tempelberg mit seiner von Herodes erweiterten Plattform. Einige Ausleger vermuten die höchste Zinne,9 doch diese lag an der Stadtmauer und wäre von nur wenigen Menschen einsehbar gewesen. Wahrscheinlicher ist eine Zinne auf der zum Tempel hin orientierten Seite, nahe eines stark frequentierten Zugangs.10
Hier hätte ein öffentliches, spektakuläres Eingreifen Gottes einen kaum widerlegbaren Beweis messianischer Identität geliefert. Bemerkenswert ist zudem, dass der Teufel hier selbst einen Bibeltext zitiert (Psalm 91,11–12).
Dies verweist auf eine Form der Versuchung, die auch heute relevant ist: Versuchungen, die nicht offensichtlich unbiblisch erscheinen, sondern sich mit scheinbar biblischen Argumenten rechtfertigen lassen. Exegetisch ist dabei zu beachten, dass der Teufel aus den poetischen Schriften zitiert, die aufgrund ihrer literarischen Gattung weniger geeignet sind, isoliert dogmatische Aussagen zu begründen. In Poetischen Texten, wie auch bei vielen anderen Texten der Bibel, bedarf es den Kontext um sie richtig zu verstehen.11 Zudem lässt er – offensichtlich absichtlich – die Worte „auf deinen Wegen“ aus.12
Jesus antwortet erneut mit einem Zitat aus dem Deuteronomium (6,16), das im ursprünglichen Kontext präzise zur Situation passt.
Die dritte Versuchung ist schließlich von besonderer Direktheit. Hier wird deutlich, worum es dem Teufel letztlich geht: um Anbetung. Da es keinen Berg gibt, von dem aus buchstäblich alle Reiche der Welt sichtbar wären, ist hier vermutlich von einer visionären Darstellung auszugehen.13
Die Wahl eines Berges ist dennoch theologisch bedeutsam. Berge besitzen eine majestätische Wirkung, sind im Alten Testament häufig Orte der Anbetung und stehen symbolisch für göttliche Herrschaft.14
Der Teufel bietet Jesus hier nicht nur zeitlich begrenzte politische Macht an, sondern eine Form universaler Herrschaft. Auffällig ist dabei, dass Jesus nichts angeboten wird, was ihm nicht ohnehin zustehen würde. Nach Kreuzigung und Auferstehung wird er vom Vater als Herr über alles eingesetzt werden. Der Weg des Teufels wäre jedoch ein scheinbar leichterer, leidfreier Weg gewesen.15
Auch diese Versuchung weist Jesus mit einem Schriftzitat aus demselben Deuteronomiumskontext zurück (Dtn 6,13).
Exkurs: Versuchungen und Bedürfnisse
Ob zu Jesu Zeit ein Konzept vergleichbar mit der Maslowschen Bedürfnishierarchie existierte, ist fraglich. Dennoch fällt auf, dass die Versuchungen einer ähnlichen Progression folgen.
Die erste Versuchung zielt auf grundlegende physiologische Bedürfnisse. Die zweite berührt soziale Anerkennung und öffentliche Bestätigung. Die dritte schließlich kann mit dem Streben nach Selbstverwirklichung und umfassender Macht in Verbindung gebracht werden.
Auch wenn dieses Modell historisch nicht vorausgesetzt werden darf und in der modernen Psychologie umstritten ist, verdeutlicht es doch, dass Jesus auf unterschiedlichen Ebenen menschlicher Bedürftigkeit versucht wurde – und damit in einer Weise, die seiner Existenz als wahrer Mensch entspricht.
Fragen zum Nachdenken
- Warum war es wichtig, dass Jesus zu Beginn seines öffentlichen Dienstes versucht wurde?
- Auf welcher Ebene erlebst du persönlich Versuchungen am stärksten?
- Inwiefern hilft dir dieser Text im Umgang mit eigenen Versuchungen?
Quellen
- Vgl. Gerhard Maier, Markus-Evangelium, Edition C Bibelkommentar Neues Testament (Holzgerlingen: Hänssler, 2007), 36–37.↩︎Seltsam, diese Versuchungsgeschichte! Das erste Wirken des Geistes hätten sich viele Menschen sicherlich anders vorgestellt. Wäre es nicht viel verständlicher, wenn es in V. 12 hieße: »Und sofort neigte ihm der Geist alle Herzen zu«? Oder: »Und sofort tat er Wunder, die im ganzen Land bekannt wurden«?
Statt dessen heißt es: »Der Geist treibt ihn in die Wüste hinaus.« Zunächst einige äußere Erklärungen. Das Wort »sofort« deutet an, daß die Versuchung anschließend an die Taufe stattfand. Man darf dieses Wort aber nicht pressen. Eventuell haben die ersten Gespräche Jesu mit den künftigen Jüngern nach Joh 1,35ff noch vor der Versuchung stattgefunden. Der Verfasser dieses Kommentars ist allerdings der Meinung, daß die Versuchung Jesu in der Zeit zwischen Joh 1,28 und Joh 1,29 stattfand.
Jesus ging nicht aus menschlich-eigenem Antrieb in die Wüste. Vielmehr trieb ihn der Heilige Geist dazu an. Für Markus selbst ist das so dramatisch, daß er in die Gegenwartsform verfällt, als wären wir dabei: »der Geist treibt ihn hinaus«. Demnach ist es Gottes Wille, daß er geht. - Vgl. Aubrey L. Taylor, „Wilderness Events: The Baptism and Temptation of Jesus“, in Lexham Geographic Commentary on the Gospels, hg. von Barry J. Beitzel und Kristopher A. Lyle, Lexham Geographic Commentary (Bellingham, WA: Lexham Press, 2016), 58.↩︎The Greek word erēmos (ἔρημος) in this context is almost certainly referring to the Judean Wilderness, as it does in Matt 3:1 in reference to John’s ministry; and its proximity to the baptismal site makes this identification quite clear. Imbued with historical and cosmological associations in Israelite thought, this setting plays an important role within the narrative.
Judean Wilderness
Lying east of the watershed of the Judean hills, under the rain shadow, only sparse desert vegetation grows. The rare spring trickling out at the base of a steep ravine provides the only source of water. A stark and awe-inspiring place, the seemingly endless undulating chalk hills overwhelm the viewer with both strange beauty and hostility as they tumble precipitously eastward into the Rift Valley. - Vgl. Carl Friedrich Keil, Commentar über die Evangelien des Markus und Lukas (Leipzig: Dörffling und Franke, 1879), 260.↩︎Da nämlich der Satan durch die Verführung der Stammeltern unsers Geschlechts nicht nur Sünde und Verderben in die Welt gebracht, sondern auch seine Herschaft auf Erden begründet hatte, so konte der Sohn Gottes nur durch Ueberwindung des Versuchers zum Bösen die Menschen von der Sünde und dem Tode erlösen, und durch Besiegung des Fürsten dieser Welt das Reich Gottes auf Erden gründen. Von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet bildet das Bestehen der Versuchung des Teufels den Anfang der Thätigkeit Jesu, womit er sich als Sohn Gottes, als Herr in der Stadt Davids, als Heiland aller Völker (1, 32. 2, 11 u. 30 f.) erwies, welchen Gott durch die Salbung mit dem heiligen Geiste bei der Taufe zur Vollbringung des Werkes der Erlösung ausgerüstet hatte.
- Vgl. Gerhard Maier, Das Evangelium des Matthäus: Kapitel 1–14, hg. von Gerhard Maier u. a., Historisch-Theologische Auslegung Neues Testament (Witten; Giessen: SCM R.Brockhaus; Brunnen Verlag, 2015), 188.↩︎Die Zahl vierzig hat in der Bibel eine auffallende Bedeutung. Vierzig Tage sind Gerichtszeit bei der Sintflut (Gen 7,4.12.17); vierzig Jahre sind Straf- und Erprobungszeit Israels in der Wüste (Num 14,33; 32,13; Dtn 8,2); vierzig Tage und Nächte fastet Mose auf dem Sinai (Ex 24,18; 34,28; Dtn 9,9); vierzig Tage und Nächte geht Elia in der Kraft seiner wunderbaren Speise zum Sinai (1Kön 19,8); vierzig Jahre lang empfängt Israel in der Wüste das Manna (Ex 16,35; Dtn 8,3); vierzig Tage lang sehen die Jünger den auferstandenen Jesus (Apg 1,3). Horst Balz stellt Ähnliches in der „spätjüdischen Literatur“ fest: hier werde „die Häufigkeit von 40 nur noch von der Sieben übertroffen“.34 Wir müssen deshalb annehmen, dass die Zahl vierzig in Mt 4,2 nicht nur eine Realzahl darstellt, sondern zugleich auch eine symbolische Bedeutung hat. Sie rückt Jesus in die Nähe des Mose, legt also nahe, dass Jesus der zweite Mose ist (vgl. Dtn 18,15ff), und deutet an, dass sich in Jesus noch einmal die Geschichte Israels wiederholt und er deshalb erneut eine Prüfung in der Wüste zu bestehen hat.
- Vgl. Frank Binford Hole, Grundzüge des Neuen Testaments, übers. von Walter Mücher (Hückeswagen: Christliche Schriftenverbreitung, 1989), 33–34.↩︎Der Teufel sät immer Zweifel an Gottes Wort. Vergleiche Kapitel 3,17 mit 4,3 und 4,6, und beachte, wie deutlich diese Tatsache sich hier zeigt. Kaum hat Gott gesagt: „Dieser ist mein geliebter Sohn“, so sagt der Teufel zweimal hintereinander: ‚Wenn du Gottes Sohn bist.“ Das kleine Wort „wenn“ wird von dem Teufel besonders bevorzugt!
- Vgl. Ibid.↩︎Doch die Versuchungen, die der Teufel über Ihn brachte, ähneln den Erprobungen Israels in der Wüste, denn in der Taktik des Feindes gibt es nichts Neues. Israel wurde durch Hunger erprobt und durch ihre bevorrechtigte Stellung in Bezug auf göttliche Dinge – wir sehen das am deutlichsten im Zusammenhang mit Korah, Dathan und Abiram – und schließlich durch Verlockungen, andere Götter anzubeten und ihnen zu dienen außer Jehova, und sie fielen, indem sie das goldene Kalb anbeteten. Der Herr Jesus begegnete jeder Versuchung mit dem Wort Gottes. Bei jeder Gelegenheit zitierte Er aus einem kurzen Abschnitt des 5. Buches Mose, das Israel an seine Verantwortung erinnert. Darin versagten sie, während Jesus dieser Verantwortung in jeder Einzelheit vollkommen entsprach.
- Vgl. C. L. Blomberg, „Temptation of Jesus“, in The International Standard Bible Encyclopedia, Revised, hg. von Geoffrey W. Bromiley (Wm. B. Eerdmans, 1979–1988) 786.↩︎The author stresses in 2:18 that because Jesus “has suffered and been tempted, he is able to help those who are tempted,” and in 4:15 adds that Jesus is not “unable to sympathize with our weakness” but is “one who in every respect has been tempted as we are, yet without sinning [lit “sin”].” The latter statement implies not that Christ suffered every specific temptation that others have faced but rather that He suffered every general category of seducement to sin. His ability to identify with His people’s sufferings is not diminished by His sinlessness but enhanced; for only one who has fully resisted temptation’s harshest onslaughts can know its full force. These verses admittedly go beyond what could be deduced solely from the Gospel narratives, but they reflect the apostles’ growing belief in the full deity and full humanity of Christ.
- Vgl. Darrell L. Bock, Luke, The IVP New Testament Commentary Series (Downers Grove, IL: InterVarsity Press, 1994), Lk 4,1–13.↩︎In Jesus’ case the tests come after forty days of fasting. The circumstances could not be worse for Jesus to deal with the offer of food in verse 3. Jesus’ circumstances could provide him a ready rationalization for giving in. The contrast of this temptation to that of Adam and Eve in the Garden of Eden could not be greater. Adam and Eve had everything they needed to eat, but Jesus meets Satan in the midst of hunger and deprivation.
- Vgl. John A. Martin, „Luke“, in The Bible Knowledge Commentary: An Exposition of the Scriptures, hg. von J. F. Walvoord und R. B. Zuck (Wheaton, IL: Victor Books, 1985), 213–214.↩︎The devil tried to get Jesus to change the timing and structure of His ministry. Jesus knew He must go to the cross and die for the sins of the world. He knew that He was the Suffering Servant (Isa. 52:13–53:12). The devil challenged Jesus to throw Himself off the highest point of the temple. This was perhaps at the southeastern corner of the wall overlooking the deep Kidron Valley below. Satan meant that the nation, seeing Jesus’ miraculous protection from such a jump, would immediately accept Him. The devil even quoted Psalm 91:11–12 to show that the Messiah would be kept safe from harm.
- Vgl. Leen Ritmeyer und Kathleen Ritmeyer, Understanding the Holy Temple Jesus Knew: The Background to Key Gospel Events, Understanding the Bible (Carta Jerusalem, 2017), 19–21.↩︎The “Pinnacle” of The Temple and the Trumpeting Stone
That Jesus knew what the Temple platform looked like from the west side is indicated by one of his temptations in the desert. The “pinnacle” of the Temple from which he was tempted to throw himself down (Matthew 4:5–7; Luke 4:9–12), is usually identified as the southeast corner of the Temple Mount. However, one needs to determine what was the more important element in his temptation to cast himself down. Was it the height of the corner above what lay below or did the temptation lie in impressing as many people as possible with that jump?
The height of the top of the southeast corner of the Temple Mount to the ground below was approximately 60 meters or 197 feet. The height of the southwest corner was only 1 meter (3 ft.) less. But as the southwest corner was a busy junction between the major north-south street running through Jerusalem and the plaza in front of the Southern Wall of the Temple Mount (Fig. 30), there would have been many more people to impress here than on the much quieter southeast corner. In actual fact, we do not believe that the temptation took place in Jerusalem, as Jesus was somewhere near the River Jordan where he had recently been baptized. However, even at this early stage in his ministry, Jesus had already been many times to Jerusalem—at least once every year during Passover since the age of 12—and so would have been familiar with the layout of Herod’s Temple Mount and would, in his mind’s eye, have been well aware of the location of the “pinnacle”. This location would have provided a dramatic setting for a scenario envisioned by Jesus but challenged by him with his mastery of God’s Word. - Vgl. Frank Stagg, „Matthew“, in Matthew–Mark, hg. von Clifton J. Allen, Broadman Bible Commentary (Broadman Press, 1969), 98.↩︎That Scripture may be used or abused is illustrated in this temptation narrative. Satan quoted Psalm 91:11f. From the reply of Jesus, it may be seen that Scripture is best understood from Scripture (Deut. 6:16; Ex. 17:1–7). There are climactic texts which gather up basic biblical teachings, and they can stand alone (e.g., John 3:16); but it is highly precarious to use isolated texts as proof texts. Thus abused, they can be made to serve any interest, however removed from truth and right.
- Charles H. Spurgeon, Das Evangelium des Reiches, 2. Auflage der Neuausgabe. (Augustdorf: Betanien, 2020), 37.↩︎Satan ergriff die Waffe unseres Herrn und sagte: »Es steht geschrieben«, aber er brauchte das Schwert nicht rechtmäßig. Es lag nicht in der Natur des falschen Feindes, richtig zu zitieren. Er ließ die notwendigen Worte aus: »auf allen deinen Wegen« (Ps 91,11), so ließ er die Verheißung sagen, was sie in Wahrheit niemals andeutete, und schrieb dann keck etwas vor, was das Gesetz Gottes verdammen würde, indem er sprach: »Lass Dich hinab.« Wir sollen behütet werden auf allen unseren Wegen, aber nicht in allen unseren Torheiten. Das Weglassen eines Wortes mag den Sinn einer Schriftstelle verderben; wörtliche Inspiration macht genaues Zitieren zur Pflicht, da das Weglassen von ein oder zwei Worten den Sinn oft ganz ändert. Wie kann eine Inspiration zuverlässig sein, wenn sie nur Gedanken, aber keine Worte eingibt?
- Vgl. Maier, Das Evangelium des Matthäus: Kapitel 1–14, 197–198.↩︎Die Parallelen Ez 40,2 und Offb 21,10 sprechen ebenso wie Ez 8,1ff für ein lediglich inneres Erlebnis Jesu. Aber wir müssen die Frage, ob es sich um eine leibhaftige Entrückung oder nur um ein inneres Erlebnis handelte, vorsichtigerweise offenlassen. Er zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit (πάσας τὰς βασιλείας τοῦ κόσμου καὶ τὴν δόξαν αὐτῶν [pasas tas basileias tou kosmou kai tēn doxan autōn]): Die natürlichen geografischen und chronologischen Schranken gelten in jenen Augenblicken nicht mehr: Sie sind jetzt ebenso beseitigt wie in der Prophetie (vgl. Num 24,15ff). Bei βασιλεία [basileia] wird man deshalb nicht nur an die Welt-Reiche in unserem Sinne zu denken haben, sondern auch an die „Herrscherstellung“ und „Herrschermacht“ der verschiedensten Potentaten. Welt, kann hier nicht die gesamte Schöpfung meinen. Es muss hier im engeren Sinn von „Erde“ gefasst werden, worauf auch die lukanische Parallele οἰκουμένη [oikoumenē] (Lk 4,5) deutet. Die Herrlichkeit, von der in Mt 4,8 die Rede ist, griech. δόξα [doxa], geht auf das alttestamentliche כָּבוֹד [kābōd] zurück. Übersetzbar mit „Ruhm“, „Ehre“, „Glanz“, „Pracht“,97 bringt diese δόξα [doxa] sowohl den Ruhm und die glänzende Machtstellung der Herrscher als auch die Prachtentfaltung, den Reichtum und die gesamte politische Macht der Reiche zum Ausdruck. Ein Querschnitt durch alles, was in der irdischen Geschichte möglich ist! V. 9: und sagte zu ihm: Das alles werde ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Mit Recht bemerkt Bonnard: „son invitation est sérieuse“. Der Teufel kann die Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit tatsächlich an Jesus weiter-„geben“, weil ihm Gott diese Macht verliehen hat (Lk 4,6)
- Vgl. Lawrence O. Richards, in New international encyclopedia of Bible words: based on the NIV and the NASB (Grand Rapids, MI: Zondervan Publishing House, 1999), 338.↩︎Har indicates a mountain that is majestic and impressive in its rugged power. In other cultures in the ancient world, mountains were seen as the home of the gods and goddesses. In Isa 14:13 this pagan symbolism is mockingly placed in the mouths of the rulers God would soon destroy. Scripture presents God as greater than the most mighty; he is able both to create and to destroy them (e.g., Ps 65:6; Isa 41:15; Hab 3:6). “Mountain” is sometimes used symbolically in the Bible to represent strength and authority (e.g., Jer 51:25).
- Vgl. Aubrey L. Taylor, „Wilderness Events: The Baptism and Temptation of Jesus“, in Lexham Geographic Commentary on the Gospels, hg. von Barry J. Beitzel und Kristopher A. Lyle, Lexham Geographic Commentary (Bellingham, WA: Lexham Press, 2016), 61–62.↩︎The mountaintop setting may have also alluded to eschatological expectations such as those found in Mic 4:1–4 that spoke of the longed-for restoration of Israel and envisioned a day to come in which Mount Zion “shall be established as the highest of the mountains, and shall be raised up above the hills.” In this day, the nations—no longer oppressors—will come to worship YHWH and all will live in peace. If intentional, this temptation appears to offer Jesus a means by which to accomplish this goal. However, Jesus responds as the faithful Israelite. He rejects the Tempter’s alternative path to meet Israel’s needs and accomplish YHWH’s goals, in turn, preparing himself for the greater temptation still to come in Gethsemane.
Gut ausgearbeitet und gute Fragen zu reflektieren.