Genesis 44,1–13
Eigene Übersetzung
- Und er gebot dem, der über sein Haus war: Fülle die Säcke der Männer mit Nahrung, so viel sie tragen können, und lege das Silber eines jeden in die Öffnung seines Sackes.
- Und meinen Kelch, den silbernen Kelch, lege in die Öffnung des Sackes des Jüngsten, zusammen mit dem Silber für sein Getreide. Und er tat nach dem Wort Josephs, das er gesprochen hatte.
- Der Morgen leuchtete, und die Männer wurden von dort weggeschickt, sie und ihre Esel.
- Sie hatten die Stadt verlassen und waren noch nicht weit gekommen, da sprach Joseph zu dem, der über sein Haus war: Steh auf, verfolge die Männer, und wenn du sie erreicht hast, sprich zu ihnen: Warum habt ihr Gutes mit Bösem vergolten?
- Ist es nicht der, aus dem mein Herr trinkt und durch den er wahrsagt? Schlecht habt ihr daran getan, dass ihr dies getan habt!
- Und er erreichte sie und sprach diese Worte zu ihnen.
- Und sie sprachen zu ihm: Warum spricht mein Herr solche Worte? Fern sei es von deinen Knechten, so etwas zu tun!
- Siehe, das Silber, das wir in den Öffnungen unserer Säcke gefunden haben, haben wir dir aus dem Land Kanaan zurückgebracht. Wie sollten wir da Silber oder Gold aus dem Haus deines Herrn stehlen?
- Bei welchem deiner Knechte er gefunden wird, der soll sterben, und auch wir werden deines Herrn Sklaven sein.
- Und er sprach: Nun, nach euren Worten soll es geschehen: Der, bei dem er gefunden wird, soll mein Sklave sein, ihr aber sollt frei sein.
- Und sie beeilten sich, und jeder hob seinen Sack von der Erde, und der Mann öffnete ihre Säcke.
- Und er suchte; beim Größten fing er an, und beim Kleinsten hörte er auf. Und er fand den Becher im Sack Benjamins.
- Da zerrissen sie ihre Kleider, und jeder belud seinen Esel, und sie kehrten in die Stadt zurück.
Gedanken zum Text
Mich wundert ein wenig, dass die Brüder so schnell bereit waren zu sagen, dass der, bei dem der Becher gefunden würde, sterben solle und dass sie alle die Sklaven des Herrn sein wollten. Sie hatten doch schon erlebt, wie ohne ihr Wissen das Geld zurück in ihre Säcke gelegt worden war. Sie hatten zuvor so große Angst vor dem Herrn des Landes – hätten sie da nicht auch ein böses Spiel erwarten können?
Auch interessant: Er durchsucht vom Größten bis zum Kleinsten. Er scheint die Spannung also bewusst maximal steigern zu wollen. Doch was geschah dabei mit dem Silber in den Säcken? Ignorierte er es einfach? Hat er es kommentiert? In jedem Fall wirkt es merkwürdig, dass er den Kelch sucht, anderes Silber findet und es offenbar nicht beachtet.
Fragen zum Nachdenken
- Wusste Joseph, wie schlimm es für Jakob wäre, Benjamin zu verlieren?
- Was haben die Männer wohl gedacht, als Sack für Sack geöffnet wurde und sich jedes Mal wieder ihr Silber darin fand?
- Wieso schlugen sie selbst eine so drastische Strafe vor?