Deuteronomium 15,19-23

Eigene Übersetzung

19) Alles erstgeborene, das geboren wird von deinem Rind und von deinem Kleinvieh, das Männliche heilige für Jahwe deinen Gott, es soll nicht arbeiten, das Erstgeborene deines Stiers, noch soll das erstgeborene deines Kleinviehs geschoren werden.
20) Vor Jahwe deinem Gott sollst du es essen, Jahr für Jahr an dem Ort, welchen Jahwe auswählen wird, du und dein Haus.
21) Wenn aber ein Markel an ihm ist, dass es lahm oder blind ist, irgendein böser Markel, dann darfst du es nicht für Jahwe deinen Gott opfern.
22) In deinen Toren sollst du es essen, der reine und der unreine zusammen, wie die Gazelle und den Hirsch.
23) Nur seinen Blut esse nicht, auf die Erste sollst du es ausschütten, wie Wasser.

Gedanken zum Text

Es ist schon interessant, wie Gott die Erstgeburt noch für Generationen als sein Eigentum beansprucht hat. Die einzige Begründung, die wir (meines Wissens nach) dafür finden, ist das Verschonen der Erstgeborenen in Ägypten.

Es gibt so viele Dinge, die Gott Israel aufgetragen hat, damit sie sich an seine Taten erinnern. Mir scheint, wir haben heute leider nur noch sehr wenig, das uns im Alltag an Gott erinnert.
Egal wie attraktiv ich diese Gesetze auch finde (und Opfer für Gott bedeutete ja oft, dass man das Opfer selbst verzehrte, es war also nicht wirklich ein „Weggeben“), habe ich noch keine Übertragung gefunden, um heute etwas Ähnliches zu tun.
Wenn man einen Garten hat, könnte man prinzipiell die Erstlingsfrüchte für ein Podluck verwenden, aber was tun mit dem normalen Einkommen? Ich habe das Gefühl, dass es ohne Ertrag von Land und Vieh kaum in diese Richtung funktioniert.

Wie geht es dir mit solchen Gedanken? Für mich war es immer so, dass ich, wenn ich Gottes Gebote an Israel lese, mich nicht nur frage, ob sie noch gültig sind, sondern auch, ob es – selbst wenn sie spezifisch für Israel waren – eine Möglichkeit gibt, sie in unsere Zeit zu übertragen. Schließlich sind Gottes Gebote immer gut – warum sollte ich sie dann nicht auch befolgen wollen?

Das erste Mal, als ich merkte, dass nicht jeder so denkt, war, als ich meinem besten Freund in der Oberstufe von Geboten erzählte, die ich in der Bibel gefunden hatte, und von meinen Gedanken dazu. Er sagte mir, dass ich damit aufhören soll, weil es ihm Angst mache, etwas nicht zu halten, was notwendig sei zur Erlösung.
Dabei war mir der Gedanke nie gekommen – erlösen tut mich Jesus, und aus Dankbarkeit will ich mit seiner Kraft so gut wie möglich nach seinen Maßstäben leben. Dass es funktioniert und dass ich in den Himmel komme, ist nicht meine Sorge – das ist sein Job.

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