Genesis 47,27–31

Eigene Übersetzung

  1. Und Israel wohnte im Land Ägypten, im Land Goschen. Und sie nahmen es in Besitz und wurden fruchtbar und vermehrten sich sehr.
  2. Und Jakob lebte siebzehn Jahre im Land Ägypten, und die Tage Jakobs, die Jahre seines Lebens, waren einhundertsiebenundvierzig Jahre.
  3. Und die Tage Israels zum Sterben nahten sich, und er rief seinen Sohn Joseph und sprach zu ihm: Wenn ich doch Gnade in deinen Augen finde, dann lege doch deine Hand unter meine Hüfte und erweise Gnade und Treue an mir: Begrabe mich nicht in Ägypten!
  4. Wenn ich bei meinen Vätern liege, dann bring mich aus Ägypten hinaus und begrabe mich in ihrem Grab. Und er sprach: Ich werde tun nach deinem Wort.
  5. Und er sprach: Schwöre mir! Und er schwor ihm. Da neigte sich Israel am Kopfende des Bettes.

Gedanken zum Text

An manchen Stellen hatte ich den Eindruck, dass „mit den Vätern schlafen“ bedeutet, im Familiengrab beigesetzt zu werden. Hier gebraucht Jakob es jedoch etwas anders: er sagt, dass er bereits mit den Vätern schläft, bevor er begraben wird.

Hier wird auch ein kultureller Unterschied sichtbar: Ein Familiengrab, das über Generationen hinweg besteht, kennen wir heute kaum noch. Vielleicht geht es aber auch gar nicht darum, sondern um seine Verbindung mit der Verheißung, die auch seine Eltern mit ihm teilten.

Auffällig ist auch, dass Jakob seine Rahel, die Frau die er wirklich liebte dort bestattete, wo sie gestorben ist und nicht im Familiengrab. Er selbst aber will unbedingt ins Familiengrab seiner Väter. (Wo auch Lea seine erste Frau begraben wurde, auch wenn er Rahel mehr liebte)

Interessant finde ich auch wieder die Zahlen: Die Geschichte Josephs begann, als er siebzehn Jahre alt war – genauso lange lebte Jakob dann in Ägypten. Ich bin kein Freund davon, aus solchen Parallelen zu viel herauszulesen, dennoch fällt auf, dass die Bibel solche Zahlenspiele immer wieder enthält. Vielleicht lese ich zu viel hinein, aber unerwähnt lassen möchte ich es nicht.

Das Neigen in Vers 31 ist wahrscheinlich ein Hinweis auf Gebet. Warum sonst sollte er sich am Kopfende des Bettes neigen? Wenn es eine Ehrerbietung vor seinem Sohn gewesen wäre (was an sich ungewöhnlich ist), warum wird dann erwähnt, dass es am Kopfende des Bettes war? Will der Text uns hier etwas Besonderes sagen? Steckt darin ein kultureller Hinweis, den wir heute nicht mehr kennen?


Fragen zum Nachdenken

  • Warum ist es Jakob so wichtig, im Familiengrab zu liegen, und warum kam Rahel nicht dorthin?
  • Was denkst du zu den Zahlen und Mustern? Ist das Absicht des Autors oder Gottes Handschrift – oder lesen wir zu viel hinein?
  • Was hat es mit dem Neigen am Bett auf sich?

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