Genesis 21,22-34
Eigene Übersetzung
- Und es geschah in jener Zeit, da sprach Abimelech und Pichol, sein Herresoberster zu Abraham: Gott (ist) mit dir in allem was du tust.
- Und nun, schwöre mir hierbei Gott, ob du mich täuschen wirst und meinen Sproß oder meinen Nachkommen. Nach der Gnade, welche ich an dir getan habe tue an mir und mit dem Land, in dem du dich als fremder aufhältst.
- Und Abraham sprach: Ich schwöre.
- Und Abraham wies Abimelech zurecht wegen der Sache des Wasserbrunnes welchen die Knechte Abimelechs geraubt hatten.
- Und Abimelech sprach: Ich wusste es nicht, wer hat diese Sache getan? Weder du hast es mir nicht erzählt noch habe ich davon irgendetwas gehört bis heute.
- Da nahm Abraham Kleinvieh und Rindvieh und gab sie Abimelech und die beiden schlossen einen Bund.
- Und Abraham stellte sieben Lämmer der Herde beiseite.
- Da sprach Abimelech zu Abraham: Was (bedeuten) diese sieben Lämmer, die du beiseite gestellt hast?
- Und er sprach: Die sieben Lämmer nimm von meiner Hand damit sie mir seien zum Zeugnis, dass ich diesen Brunnen gegraben habe.
- Deshalb nannte er diesen Ort Beerscheba, weil die beiden dort geschworen haben.
- Und sie schlossen einen Bund in Beerscheba und Abimelech stand und und Pichol sein Herresoberster und sie kehrten in das Land der Philister zurück.
- Und Abraham pflanzte eine Tamariske in Beerscheba und rief dort den Namen Jahwes, des ewigen Gottes an.
- Und Abraham lebte als Fremdling im Land der Philister viele Tage.
Personen
Abraham (אַבְרָהָם) – Vater der Menge
Abimelech (אֲבִימֶלֶךְ) – mein Vater ist König
Pichol (פִּיכֹל) – Mund Aller
Orte
Beerscheba (בְּאֵר שָׁבַע) – Schwurbrunnen
Gedanken zum Text
Bei jeder Geschichte in der Bibel kann man sich auch die Frage stellen, warum diese Geschichte aufgeschrieben wurde. Es sind auch viele andere Dinge passiert, die nicht aufgeschrieben wurden. Was auch immer aufgeschrieben wurde, wurde es wohl, weil es als wichtig genug für die späteren Leser empfunden wurde, dass es dabei seien sollte.
Bei diesem Text geht es Möglicherweise um den Umgang mit den Philistern. Auch dem Kindergottesdienst (und wohl vor allem auch den Geschichten von David und Goliath sowie von Simson) hat man generell ein Gefühl, dass Israel und die Philister böse verfeindet waren.
Tatsächlich sehen wir aber auch ganz anderes. Oft gab es Handelsbeziehungen zwischen ihnen und auch David lebte unter den Philistern.
Es sieht eher aus wie eine wechselhafte Beziehung von Freundschaft bzw. Handelsbeziehungen und Streit. Vielleicht sollte die Erinnerung an das Bündnis zwischen Abraham und Abimelech die Freundschaftliche Seite betonen und motivieren.
Ich fand immer interessant, dass Abraham 7 Schafe als Zeichen gab, das er den Brunnen gegraben hatte. Die Schafe wussten nichts von dem gegrabenen Brunnen – und sie hätten genauso gut ein Zeichen für „ich will ihn kaufen“ seien können. Hier spielen Wahrscheinlich auch Kulturelle Hintergründe mit. Aber irgendwie schon interessant hier zu sehen, dass er seinen gerechtfertigten Anspruch, bei dem wir sagen würden er bräuchte nichts dafür zu geben, doch mit einem „Kaufpreis“ von 7 Schafen unterstreicht.
Und dann sehen wir immer wieder, das Abraham wo auch immer er hinkam den Namen Gottes anrief – und hier dabei einen Baum pflanzt der häufig mit Heiligen orten verbunden wurde.
Fragen zum Nachdenken
- Warum denkst du ist diese Geschichte relevant?
- Was können wir praktisches aus der Begegnung von Abimelech und Abraham lernen?
- Was denkst du darüber, das Abraham hier einen Baum pflanzt, der auch für andere Götter an Heiligen Orten verwendet wurden?
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