Genesis 26,23-33

Eigene Übersetzung

  1. Und er zog von dort nach Beerscheba hinauf.
  2. In jener Nacht erschien ihm Jahwe und sprach: »Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Ich werde dich segnen und deine Nachkommen mehren – um Abrahams, meines Knechtes, willen.«
  3. Da baute er dort einen Altar, rief den Namen Jahwes an, schlug sein Zelt auf, und Isaaks Knechte gruben dort einen Brunnen.
  4. Da kam Abimelech aus Gerar zu ihm, begleitet von Ahusat, seinem Freund, und Pichol, seinem Heerobersten.
  5. Isaak sprach zu ihnen: »Warum kommt ihr zu mir, wo ihr mich doch hasst und mich fortgeschickt habt?«
  6. Sie antworteten: »Wir haben eindeutig erkannt, dass Jahwe mit dir ist. So soll nun ein Schwur zwischen uns sein – zwischen dir und uns. Lass uns einen Bund miteinander schließen:
  7. dass du uns nichts Böses tust, so wie auch wir dich nicht angerührt, dir nur Gutes getan und dich in Frieden fortziehen lassen haben. Nun bist du von Jahwe gesegnet.«
  8. Da bereitete Isaak ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken.
  9. Am nächsten Morgen standen sie früh auf, schworen einander einen Eid, und Isaak entließ sie in Frieden.
  10. An jenem Tag kamen Isaaks Knechte und berichteten ihm von dem Brunnen, den sie gegraben hatten. Sie sagten: »Wir haben Wasser gefunden!«
  11. Da nannte er ihn Schibea; daher heißt die Stadt bis heute Beerscheba.

Personen

Abraham (אַבְרָהָם) – „Vater der Menge“
Isaak (יִצְחָק) – „Er lacht“

Abimelech (אֲבִימֶלֶךְ) – „Mein Vater ist König“
Ahusat (אֲחֻזַּת) – „Besitz“
Pichol (פִּיכֹל) – „Mund Aller“

Orte

Gerar (גְּרָר) – „Fremdlingsort“
Schibea (שִׁבְעָה) – „Überfluss?“
Beerscheba (בְּאֵר שָׁבַע) – „Schwurbrunnen“

Gedanken zum Text

Gott erscheint Isaak und verheißt ihm seinen Segen – nicht wegen Isaaks eigener Taten oder seines Wesens, sondern um Abrahams willen.

Gott muss Isaak reich gesegnet haben. Schon als Abimelech ihn fortschickte, geschah es mit der Begründung: »Er ist zu mächtig, wir müssen ihn loswerden.« Doch nun war Isaak so viel weiter gewachsen, dass Abimelech seine Entscheidung revidieren musste. Fortzuschicken reichte nicht mehr – nun brauchte er ein Bündnis.

Interessant ist, dass sich die Geschichte wiederholt. Wahrscheinlich am selben Ort hatte bereits Abraham einen Bund mit Abimelech geschlossen. Dort müsste schon Abrahams Brunnen gewesen sein, an dem beide ihren Eid geschworen hatten. Doch nun wird hier auch ein neuer Brunnen erwähnt. Wurde dieser zusätzlich gegraben? Oder hatten die Philister den ursprünglichen Brunnen in Beerscheba ebenfalls verstopft, sodass ein neuer erforderlich wurde?

In Vers 30 habe ich „Da machte er für sie Getränk“ sehr wörtlich übersetzt. Das Getränk steht symbolisch für ein Festmahl – eine Ausdrucksweise, die im Alten Testament häufiger vorkommt.

Schließlich stellt sich die Frage, warum Beerscheba diesen Namen erhielt. Hier wird er mit Isaaks Schwur mit Abimelech begründet, während in Genesis 21,31 der Schwur Abrahams mit Abimelech als Ursprung genannt wird. Waren beide Schwüre bedeutend? Oder handelt es sich um ein Wortspiel (wie es in der Bibel oft vorkommt), und der Ort trug diesen Namen bereits zuvor? Vielleicht leitet sich der Name gar nicht von „Schwur“ (שָׁבַע), sondern von „Sieben“ (שֶׁבַע) ab, da die Wörter im Hebräischen sehr ähnlich sind.

Dass es solche Neuinterpretationen von Orts- und Personennamen in der Bibel gibt, scheint in anderen Textstellen noch viel offensichtlicher. Es wirkt wie ein erzählerisches Mittel, um die Geschichte und die Orte besser im Gedächtnis zu behalten.

Fragen zum Text

  • Wie würdest du dich fühlen, wenn Gott dir sagte, dass er dich segnet – nicht um deiner selbst willen, sondern wegen der Taten deiner Eltern?
  • Was denkst du dazu, dass der Biblische Text manchmal doppelte oder gar falsche Begründungen für Benennungen nimmt. Wie passt das in dein Verständnis, wie die Bibel geschrieben und Inspiriert ist?

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