Genesis 41,1–8

Eigene Übersetzung

  1. Und es geschah am Ende der Tage von zwei Jahren, da träumte der Pharao, und siehe, er stand am Nil.
  2. Und siehe, vom Nil stiegen sieben schöne und fettleibige Kühe herauf, und sie weideten im Riedgras.
  3. Und siehe, sieben weitere Kühe stiegen nach ihnen vom Nil hervor, hässliche und abgemagerte, und sie stellten sich neben die Kühe am Ufer des Nils.
  4. Und die hässlichen und abgemagerten Kühe fraßen die sieben schönen und fetten Kühe, und der Pharao erwachte.
  5. Und er schlief ein und träumte einen zweiten Traum, und siehe: sieben Ähren stiegen auf an einem Halm, fett und gut.
  6. Und siehe, sieben Ähren, dünn und vom Ostwind versengt, sprossten nach ihnen auf.
  7. Und die dünnen Ähren verschlangen die sieben fetten und vollen Ähren, und der Pharao erwachte. Und siehe: ein Traum.
  8. Und es geschah am Morgen, da wurde sein Geist unruhig, und er sandte und rief alle Zauberer Ägyptens und alle Weisen. Und der Pharao erzählte ihnen seinen Traum, aber sie hatten keine Auslegung für den Pharao.

Gedanken zum Text

Jeder, der als Kind etwas Kontakt zum christlichen Glauben hatte, kennt wohl diese Geschichte: schön bildhafte Träume, die Josef dann als Einziger auslegen kann.

Eigenartig finde ich, dass es heißt, die Zauberer und Weisen hätten keine Antwort. Selbst wenn sie nicht verstanden, was es wirklich bedeutete, hätten sie doch verschiedenste Deutungen anbieten können. Haben sie wirklich einfach gesagt, sie verstünden es nicht? Oder hatten sie durchaus Auslegungen, aber der Pharao erkannte, dass diese nicht richtig waren?

Bei einem charismatischen Propheten habe ich einmal gehört, dass Prophetien von Gott immer gut und angenehm sein müssten. Ohne Zweifel kommt vieles von deren Prophetien aus der eigenen Fantasie (auch wenn sie glauben, es komme wirklich von Gott). Da mag das Prinzip „es soll angenehm sein“ vielleicht helfen, nicht unnötig zu verletzen und Wunden aufzureißen. Vielleicht hatten auch die Zauberer und Magier so ein Prinzip: Dem Pharao darf man nur gute Botschaften geben, um seinen Zorn nicht zu entfachen. Vielleicht hat auch das dazu geführt, dass sie lieber gar keine Auslegung gaben, als etwas zu sagen, das negativ klingt.


Fragen zum Nachdenken

  • Warum sprach Gott zu dieser Zeit und Kultur so viel durch Träume?
  • Was war wohl der Grund, dass sie keine Auslegung für den Pharao hatten?
  • Wann ist es gut, darauf zu achten, nur angenehme Botschaften zu haben, und wann sind auch negative Botschaften okay?

Verlinkte Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert