Genesis 41,37–46
Eigene Übersetzung
- Und das Wort war gut in den Augen Pharaos und in den Augen aller seiner Diener.
- Und Pharao sprach zu seinen Dienern: Finden wir einen wie diesen Mann, in dem der Geist Gottes ist?
- Und Pharao sprach zu Joseph: Nachdem Gott dich all dies wissen lassen hat, gibt es keinen so klugen und so weisen wie dich.
- Du sollst über mein Haus sein, und auf deinen Mund soll mein ganzes Volk hören; nur den Thron werde ich größer sein als du.
- Und Pharao sprach zu Joseph: Siehe, ich setze dich über das ganze Land Ägypten.
- Und Pharao entfernte seinen Siegelring von seiner Hand und gab ihn an die Hand Josephs, und bekleidete ihn mit Leinengewand und legte eine goldene Halskette an seinen Hals.
- Und er ließ ihn auf dem zweiten Streitwagen steigen, der ihm gehörte, und ließ vor ihm ausrufen: Ich segne! So setzte er ihn über das ganze Land Ägypten.
- Und Pharao sprach zu Joseph: Ich bin Pharao; doch ohne dich soll kein Mann seine Hand erheben oder seinen Fuß im ganzen Land Ägypten.
- Und Pharao nannte den Namen Josephs Zafenat-Paneach und gab ihm Asenat, die Tochter Potifars, des Priesters von On, zur Frau. Und Joseph zog hinaus über das Land Ägypten.
- Und Joseph war dreißig Jahre alt, als er vor Pharao, dem König von Ägypten, stand. Und Joseph zog hinaus von Pharao und durchquerte das ganze Land Ägypten.
Gedanken zum Text
Schon erstaunlich, dass Pharao so schnell bereit war, alles in seinem Land einem Mann zu übergeben, den er gerade erst kennengelernt hatte.
Er muss schon ziemlich beeindruckt gewesen sein – sowohl von dem Traum als auch von der Deutung.
Wohlmöglich hat er aber auch einiges von Potifar, dem Obersten seiner Leibwache, über Joseph erfahren, was ihn ermutigt hat, ihm wirklich viel anzuvertrauen. Oder es lag daran, dass er sehr viel von göttlicher Leitung hielt – selbst wenn es fremde Götter waren: Wenn Gott etwas bestätigte, dann musste es wohl recht und gut sein.
Vers 43 ist ein bisschen herausfordernd. Das Wort, das ich mit „Ich segne“ übersetzt habe, hat im Hebräischen die Konsonanten für „Ich segne“, aber die später hinzugefügten Vokale passen nicht. Viele Übersetzer erwarten hier ein Homographe (ein Wort, das gleich geschrieben wird, aber unterschiedliche Bedeutungen hat) – was in der hebräischen Konsonantenschrift auch häufiger vorkommt als im Deutschen. In diesem Fall kann die Bedeutung aber nur geraten oder von anderen Übersetzungen abgeleitet werden, da es sonst nirgends so vorzukommen scheint.
Fragen zum Nachdenken
- Wie sehr ist der Eindruck, dass etwas von Gott geleitet ist, für uns Grundlage für große Entscheidungen? Wie gut ist das?
- Wieso wird „etwas von Gott gezeigt bekommen“ hier gleichgestellt mit „klug und weise sein“?
- Wieso wurde Joseph über alles gestellt und nicht nur über Angelegenheiten der Landwirtschaft?