Genesis 36,1-19
Eigene Übersetzung
- Dies ist die Generationenfolge Esaus – er ist Edom.
- Esau nahm seine Frauen von den Töchtern der Kanaaniter: Ada, die Tochter Elons, des Hetiters, und Oholibama, die Tochter Anas, der Tochter Zibons, des Horiters,
- und Basemat, die Tochter Ismaels, die Schwester Nebajots.
- Und Ada gebar dem Esau Elifas, und Basemat gebar Reguël,
- und Oholibama gebar Jeusch, Jalam und Korach. Das sind die Söhne Esaus, die ihm im Land Kanaan geboren wurden.
- Und Esau nahm seine Frauen, seine Söhne und Töchter, alle Mitglieder seines Hauses, seinen Viehbesitz, sein gesamtes Vieh und all seinen Besitz, den er im Land Kanaan erworben hatte, und zog in ein anderes Land, weg von seinem Bruder Jakob.
- Denn ihr Besitz war zu groß, um zusammen wohnen zu können, und das Land ihrer Fremdlingschaft konnte sie wegen ihres Viehbestandes nicht tragen.
- So wohnte Esau im Gebirge Seïr – Esau ist Edom.
- Dies ist die Generationenfolge Esaus, des Vaters Edoms im Gebirge Seïr.
- Das sind die Namen der Söhne Esaus: Elifas, der Sohn Adas, der Frau Esaus, und Reguël, der Sohn Basemats, der Frau Esaus.
- Und die Söhne Elifas waren: Teman, Omar, Zefo, Gatam und Kenas.
- Und Timna war eine Nebenfrau Elifas’, des Sohnes Esaus, und sie gebar Elifas den Amalek. Das sind die Söhne Adas, der Frau Esaus.
- Und dies sind die Söhne Reguëls: Nahat, Serach, Schamma und Misa. Das waren die Söhne Basemats, der Frau Esaus.
- Und das sind die Söhne Oholibamas, der Tochter Zibons, der Frau Esaus: Sie gebar dem Esau Jeusch, Jalam und Korach.
- Das sind die Fürsten unter den Söhnen Esaus: Die Söhne Elifas’, des Erstgeborenen Esaus: Fürst Teman, Fürst Omar, Fürst Zefo, Fürst Kenas,
- Fürst Korach, Fürst Gatam, Fürst Amalek. Das sind die Fürsten Elifas’ im Land Edom – das sind die Söhne Adas.
- Und das sind die Söhne Reguëls, des Sohnes Esaus: Fürst Nahat, Fürst Serach, Fürst Schamma, Fürst Misa. Das sind die Fürsten Reguëls im Land Edom – das sind die Söhne Basemats, der Frau Esaus.
- Und das sind die Söhne Oholibamas, der Frau Esaus: Fürst Jeusch, Fürst Jalam, Fürst Korach. Das sind die Fürsten Oholibamas, der Tochter Anas, der Frau Esaus.
- Das sind die Söhne Esaus, und das sind ihre Fürsten – das ist Edom.
Gedanken zum Text
Für uns heute wirkt diese Genealogie vielleicht völlig unwichtig. In christlichen Kreisen hört man gelegentlich Erklärungen, warum die vielen Geschlechtsregister der Israeliten in der Bibel eine Bedeutung haben – aber ein Geschlechtsregister der Edomiter?
Für die Israeliten war es wohl sehr relevant. Sie hatten über Generationen hinweg Kontakt zu den Edomitern und den verschiedenen Fürstentümern. Eine Erklärung ihrer Herkunft passte da gut ins Bild.
Auffällig ist, wie zerstückelt und redundant der Text wirkt. Die Generationenfolge beginnt, dann wird sie unterbrochen durch den Bericht vom Wegzug Esaus aus Kanaan, und anschließend erneut aufgenommen. Auch die ständige Wiederholung der Wendung „die Frau Esaus“ bei jeder Frau ist ungewöhnlich.
Das wirkt auf den ersten Blick etwas eigenartig. Früher hätte ich vielleicht eine andere Erklärung gesucht, heute halte ich es für wahrscheinlich, dass eine dieser Listen – vermutlich die ausführlichere mit den vielen Wiederholungen – erst später ergänzt wurde. Das ist natürlich ein Problem, wenn man davon ausgeht, dass die Bibel wortwörtlich genauso überliefert wurde, wie sie ursprünglich geschrieben wurde.
Doch je mehr ich mich mit dem hebräischen Urtext des Alten Testaments beschäftigt habe, desto deutlicher wurde mir, dass dieses Verständnis nicht zur Textlage passt. Der Text, den wir heute haben, muss in späteren Phasen zumindest leicht bearbeitet, modernisiert oder ergänzt worden sein. Das macht ihn aber nicht weniger zuverlässig. Wenn Gott den ursprünglichen Autor inspirieren konnte, warum sollte er dann nicht auch den späteren Prozess begleitet und nur solche Veränderungen zugelassen haben, mit denen er einverstanden war?
Fragen zum Text
- Warum hat Esau Kanaan ganz verlassen? Ganz Kanaan war sicher groß genug für Jakob und Esau – zumindest geografisch. Lag der Grund wirklich nur am Viehbestand? Oder steckt auch eine theologische Deutung dahinter – dass Jakob im Land der Verheißung bleiben sollte, Esau aber nicht?
- Welche Bedeutung haben solche Geschlechtsregister heute noch für uns? Oder sind sie schlicht ein Relikt aus der Zeit, als die Bibel für ein bestimmtes Volk im Land Kanaan geschrieben wurde?
- Wie denkst du über mögliche spätere Bearbeitungen des Textes? Kannst du dir vorstellen, dass der Text gewachsen ist, oder muss alles in Genesis von Mose stammen? Beeinflusst diese Sicht dein Gottesbild?
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